The tower, 20 k, 400 by 280 pixels

Diesen Blick hat man als Passagier vom Fernbahnsteig.

 

Aus diesem Blickwinkel erkennt man nicht unbedingt alle Details. Es ist ganz einfach: Den Farbklang fand ich häufig in Publikationen, auf Plakaten und den Internetseiten zu Weill. Eben diese Kombination aus einem kräftigen Orange, Tiefdunkelblau und Weiss als Akzent gibt dem Gebäude Frische, symbolisiert das Energiegeladene in Weills Musik − Er starb im Alter von 50 Jahren an Überarbeitung.

Blickfang auch aus fahrenden Zügen heraus ist die überdimensionale Unterschrift Weills. Ich nahm sie von einem Brief ab und vektorisierte sie mit Freehand.

Um den Turm herum zieht sich ein Band aus abstrahierten Musiknoten von Stücken Weills und wichtigen Stationen seines Lebens. Dessau ist seine Geburtsstadt.

 

 

the tower from all four directions, 13.2 K

Alle vier Ansichten des Turmes,
mit Freehand angelegt.

Als ich meine Recherche begann, unterstützten mich die die Leute von der Kurt Weill-Gesellschaft mit Sitz im Feininger-Haus sehr freundlich. So konnte ich in ihrem Archiv Original-Plakate aus der Schaffenszeit Weills und Handschriften studieren. Auf der anderen Seite versuchte ich brauchbares Material in Sachen Bauzeichnung vom Turm zu bekommen. Das 6.80 Meter hohe Gebäude ist eines von drei 1926 erbauten und mittlerweile stillgelegten Postaufzügen auf dem Bahnhof. Zu dieser Zeit wurde auch das BAUHAUS in der Gropiusallee gebaut. Bauunterlagen zu den Türmen auf dem Bahnhof gibt es ncht mehr. Also machte ich Aufnahmen von verschiedenen Standpunkten aus und vermaß den Turm mit Leuten von der Bahn vor Ort. Fehlende Daten nahm ich in Freehand so gut es ging von den gescannten Fotos ab.

Während der ersten Skizzen hörte ich Weills Musik wie den "Mackie Messer-Song" oder den "Alabama-Song", der übrigens auch von den Doors (!) erfolgreich gecovert wurde.

:: Den Filmclip dazu ansehen (Quicktime)

Die Ausschreibung beeinhaltete, daß der Gewinner oder die Gewinnerin sich an der Umsetzung ihres Entwurfes beteiligen sollten. Ungewöhnlich, doch so stand ich des Nachts im Frühjahr 2000 als Preisträger mit der Schleifmaschine kurz vor den Präsentationen meiner eigentlichen Studienprojekte auf dem Turm. Die Spannungsleitungen der Gleise mußten für diese Zeit abgeschaltet und die entsprechenden Züge umgeleitet werden. Das Arbeitsklima unter den Leuten der Malerfirma, die das Gebäude schließlich in seinen Jungbrunnen tauchten, war ausgesprochen gut.

 

the tower before, 13.2 K

Rückblick: Einer der Türme vor der Neugestaltung

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